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Von yasmin bohrmann ausgabe 10/2010 seite 24 28

Keine Macht den Sprechblasen
Kinder konfrontieren Politiker mit ihren Forderungen für
die Zukunft. Zu Besuch beim Kindergipfel

Der Zukunftsvertrag der Kinder ist klar und unmissverständlich: »In Deutschland produzierte Waffen dürfen nicht in die Hände von Kindersoldaten gelangen.« Derya und die rund hundert Teilnehmer des Kindergipfels im Alter von 12 bis 15 Jahren haben ihn vier Tage lang erarbeitet. Ihre weitere Forderung: preisliche Höchstgrenzen für Medikamente für Entwicklungsländer sollen eingeführt werden. Und nur fair Gehandeltes soll fortan in deutschen Parlamenten, Rathäusern und Verwaltungen verzehrt werden: Auch das wünschen sich die Kinder für die Zukunft. Sie wollen die Welt »fair-ändern«, nicht mehr und nicht weniger. Mit diesen Forderungen des Kindergipfels in Marburg konfrontierten sie Mitte Mai Abgeordnete verschiedener Parteien aus dem Deutschen Bundestag und aus dem Europaparlament. Derya ist selbstbewusst. Sie beherrscht das Thema »Kindersoldaten« und stellt pointierte Forderungen. Zwischen dem grünen Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz und dem christdemokratischen Europaabgeordneten Michael Gahler kommt es prompt zum Schlagabtausch. Der CDU-Politiker wehrt sich gegen den Eindruck, seine Partei ginge nicht entschieden genug gegen illegalen Waffenhandel und Kindersoldaten vor. Die Jugendlichen johlen. Dass der Profi in Verteidigungsstellung geht, werten sie als Punktsieg. Doch dann fällt die Rechtfertigung des CDU-Mannes zu lang aus: Im Saal gehen blaue Zettel mit Uhren hoch. Stopp. Bo Wimmer, Lyriker, Poet und Moderator der Veranstaltung, unterbricht den Europaabgeordneten. Die Zeit drängt. Derya muss auch noch eine der Selbstverpflichtungen verlesen, die die Kinder erarbeitet haben. »Wir verpflichten uns, Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Brief mit Informationen über unseren Workshop zu Kindersoldaten zu schreiben.« Seit 2000 veranstaltet die Naturfreundejugend Deutschlands alle zwei Jahre einen Kindergipfel. Die Inhalte gestaltet der Kinderrat. Das Gremium aus 16 Kindern und Jugendlichen findet über die Naturfreundejugend, über die Kinder- und Jugendparlamente und über die Schulen zusammen. Das Ziel der Veranstaltung ist die Stärkung der Kinderrechte. »Wir üben beim Gipfel demokratische Handlungsweisen mit den Jugendlichen ein«, sagt Tobias Thiele, stellvertretender Geschäftsführer der Naturfreundejugend Deutschlands. Politikerinnen und Politiker werden an ihre Verantwortung für die nachfolgenden Generationen erinnert. Es geht um Umwelt- und Sozialpolitik, fairen Handel und Ökologie, Kinder- und Frauenrechte. Mithilfe von Expertenvorträgen, Filmen und Diskussionsrunden bereiten sich die Schüler-Aktivisten in Workshops auf die Themen beim Kindergipfel vor. Auch Rhetorik und Auftreten der Kinderlobbyisten werden während des Gipfels geschult, damit sie in den Diskussionsrunden mit Berufspolitikern bestehen können. »Die Politik sozialer Verantwortung bedeutet, und davon sollte man ausgehen, das ist doch, ohne darum herumzureden, in Anbetracht dessen .«: Teamer Frederik Düpmeier stimmt seine Schützlinge auf Politikersprache ein. Mit Loriots berühmter »Rede im Bundestag«. Im Saal wird gekichert. Der vermeintliche Bundestagsredner reiht Versatzstücke und Sprechblasen aneinander. Er sagt buchstäblich nichts. »Wir wollen die Politiker aus der Reserve locken. Darum müssen wir uns klarmachen, wie wir mit ihnen sprechen können«, erklärt Frederik. Also? Konkrete, direkte, persönliche Fragen stellen. Unterstützen Sie unser Anliegen? Was tun Sie persönlich dafür, dass keine Gewehre in die Hände von Kindern gelangen? Warum benutzen Sie den Konjunktiv? Warum sagen Sie, dass man die Grenzen besser kontrollieren müsste, statt zu sagen, dass man sie besser kontrollieren muss? Dann stellen die Kinder eine Politikerrunde nach. Es geht um Datenschutz in sozialen Netzwerken. »Was können Sie dafür tun, dass die Privatsphäre in sozialen Netzwerken wie Facebook gewahrt wird?«, will Carolin Sack, Vorsitzende des Marburger Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa), von einem Attrappen-Politiker wissen. Der windet sich heraus mit dem gleichen Argument, das der FDP-Landtagsabgeordnete Matthias Büger in der Polit-Runde eine Stunde später tatsächlich anbringt: »Gegen amerikanische Betreiber von Internetseiten haben wir kaum eine Handhabe.« Carolin kontert souverän: »Die Frage betrifft auch die Internet-Communities StudiVZ und SchülerVZ in Deutschland.« Geboren wurde die Idee zum ersten Kindergipfel im Jahr 1991. In ganz Deutschland gingen Schüler und Schülerinnen damals gegen den Golfkrieg auf die Straße. Die Zeitschrift natur erhielt mehrere Tausend Zuschriften, in denen sie über ihre Wünsche und Visionen für Umwelt und Zukunft sprachen. Unter dem Motto »Kinder reden – Erwachsene hören zu« wurde in der Frankfurter Paulskirche wenig später der erste Generationenvertrag auch von Kindern unterzeichnet. Politisch knüpft der Verband an den Weltkindergipfel 2002 an, der eine Verbesserung der Situation von Kindern und die Durchsetzung von Kinderrechten auf der ganzen Welt fordert. Die Naturfreundejugend agiert dabei im Rahmen des Nationalen Aktionsplans »Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010«. Kind(er)gerecht? Eine kind(er)gerechte Welt »meint die Anpassung der sozialen und lokalen Umwelt an die Bedürfnisse von Kindern: Das reicht von Spielmöglichkeiten in der Nähe der Wohnung über Umweltschutz bis zur Aufnahme von Flüchtlingskindern«. So steht es in der Broschüre »Politikersprech« der Naturfreundejugend. Spätestens beim Gang der Gipfelteilnehmer durch die Marburger Oberstadt wird klar: Die Stadtherren bemühen sich hier um die Gestaltung einer kind(er)gerechten Kommune. Das Marburger Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa), das seit 1997 besteht und immerhin Antragsrecht im Stadtparlament hat, durfte in den vergangenen fünf Jahren die Verschönerung von drei Plätzen im mittelalterlichen Ensemble mitplanen, verrät Teamer Hanno den durchgeschwitzten Kindern bei der Kugelbahn aus Bronze. Auch am Pferde- und am Kornmarkt wurden Spielkunstwerke nach den Vorstellungen des KiJuPa geschaffen. Dabei mussten sich die Kinderlobbyisten in einer Frage sogar mit allen gebotenen politischen Mitteln gegen die Stadtverordneten durchsetzen: Sie wollten nämlich lieber Pippi Langstrumpf, den Kleinen Prinzen und den Hobbit auf den Riesen-Lesepulten am Kornmarkt sehen als Klassisches wie die Ringparabel oder Sagen. Nach vier Tagen Kindergipfel zieht Carolin Sack eine positive Bilanz: »Was wir über Politikersprache gelernt haben, konnten wir umsetzen.« Ob auch die Forderungen der Kinder eingelöst würden, fügt die 15-jährige Realpolitikerin routiniert an, werde man in zwei Jahren sehen. Beim nächsten Gipfel. Der vollständige Zukunftsvertrag ist unter www.kindergipfel.de zu finden.

Source: http://www.yasmin-bohrmann.de/pdf_pforum/KeineMachtdenSprechblasen.pdf

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